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Wichtig ist das Tun

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Ilona Meier referiert beim DRK über Gedächtnistraining

Hüde – „Uropa wurde wunderlich. Und Oma vergesslich.“ Das kennen viele aus ihrer Familie. Die zertifizierte Gedächtnistrainerin Ilona Meier aus Stemwede erklärte am Samstag beim Frühstückstreffen des DRK-Ortsvereins Lemförde, wie Menschen gerade in fortgeschrittenem Alter ihr Gehirn trainieren können, um länger geistig fit zu bleiben.

„Ich habe meine Ausbildung in Münster gemacht, weil ich verstehen wollte, was mit Uropa, Opa und Oma im Alter geschah. Warum sie alle geistig so abbauten“, erklärte sie ihre Motivation. Im Hinblick auf ihr eigenes Alter wollte sie sich wappnen. Sie wollte lernen, was sie tun kann, um ihr Gehirn lange fit zu halten.

Die Antworten auf ihre Fragen holte sie sich in 120 Stunden Ausbildung. Ihr Wissen gab sie nun in Theorie und mit praktischen Beispielen an die Gäste des DRK-Ortsvereins weiter. „Gedächtnistraining ist immer ganzheitliches Training“, schickte sie ihrem Vortrag voraus. Dazu gehöre auch die Nutzung von Hilfsmitteln wie Brille, Hörgerät und Gehhilfen, damit der gereifte Mensch am Leben teilhaben könne, so Meier. Denn Teilhabe und das Wahrnehmen der Umwelt geben dem Gehirn wichtige Reize.

Um das Gedächtnis rankten sich Seele, Geist, Körper und die wechselnde An- und Entspannung, so Meier. „Fordern und entspannen sollen im Gleichgewicht sein“, erklärte sie. Wichtig sei die Balance von Körper und Seele gepaart mit richtiger Ernährung, Bewegung und Gewicht. „Mit diesen Grundvoraussetzungen können sie ihre Lebensenergie steigern“, sagte sie. Die Referentin unterstrich die Bedeutung, eigenen Interessen zu folgen, denn was den Menschen berühre, wecke Freude und animiere den Geist.

Meiers Beispiele zur Verbesserung von Denkflexibilität, Konzentration, Merkfähigkeit, logischem Denken und Wahrnehmung hatten es für die Gäste in sich. Ihr Rezept für jedes Alter: Selbst probieren und machen, macht schlau. So mussten die Besucher an ihren Tischen zum Beispiel einen Knoten lösen. Ein weiteres Beispiel: „Schreiben Sie ihren Einkaufszettel per Hand?“ Nicken im Saal. Das sei gut, denn dadurch trainiere man gleich Mehreres: die Schrift im Alter und die Merkfähigkeit, indirekt sogar die Erinnerung an die Regalanordnung im Geschäft. Auch das Lösen von Kreuzworträtseln und Schauen von Quizsendungen schulten das Gehirn, waren sich alle einig. „Das gute alte Scrabble ist immer noch ein brillantes Spiel für die Wortfindung und das Tüfteln rund um die Worte“, bestätigte Meier. Wichtig sei ohnehin das Tun, statt nur darüber zu reden.

Von SIMONE BRAUNS-BÖMERMANN

Quellenangabe: Diepholzer Kreisblatt vom 04.03.2025